Wie weißer Zucker mit Kohle aus Rinderknochen gefiltert wird

ca. 1 Min. Lesezeit · zuletzt geprüft am 23. August 2026

Roher Zuckerrohrsirup hat von Natur aus eine bräunliche Farbe, die von pflanzlichen Farbstoffen stammt. Um daraus den strahlend weißen Zucker zu machen, den man aus dem Supermarkt kennt, muss diese Farbe entfernt werden.

Bei einem Teil der industriellen Zuckerraffination geschieht das, indem der Sirup durch Filter aus sogenannter Knochenkohle geleitet wird – ein poröses Kohlenstoffmaterial, das durch das Erhitzen (Kalzinieren) von Rinderknochen unter Luftabschluss hergestellt wird. Diese Kohle bindet die färbenden organischen Verunreinigungen im Sirup und lässt einen klaren, farblosen Zuckersaft zurück.

Der entscheidende Punkt für die Kennzeichnung: Die Knochenkohle selbst gilt als Verarbeitungshilfsstoff, der im fertigen Zucker nicht mehr enthalten ist – sie wird komplett herausgefiltert, bevor der Zucker kristallisiert. Deshalb taucht sie auf keiner Zutatenliste auf, obwohl sie im Herstellungsprozess eine reale Rolle gespielt hat.

Nicht jeder Zucker wird auf diese Weise hergestellt – alternative Filterverfahren mit Aktivkohle aus pflanzlichen Quellen oder Ionenaustauscherharzen sind ebenfalls verbreitet. Wer das für sich wissen möchte, findet bei vielen Herstellern Angaben dazu, etwa im Rahmen von veganen Zertifizierungen.

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